Die Haftung des Immobilienverwalters

Die Autorin:
Mag. (FH) Alexandra Schönhofer-Hammerl ist bereits über 15 Jahren als Immobilienverwalterin tätig. Seit 1999 zeichnet sie in der familieneigenen renommierten Hausverwaltung in Graz in leitender Position verantwortlich. Berufsbegleitend absolvierte sie von 2001 bis 2005 die Fachhochschule für Immobilienwirtschaft in Wien, wo im Zuge der Verfassung der Diplomarbeit der Grundstein zu diesem Buch gelegt wurde.

Der Inhalt:
Die Aufgaben eines Immobilienverwalters sind vielfältig und werden stetig erweitert. Anhand von Judikaturbeispielen und Erfahrungswerten aus der beruflichen Praxis der Autorin wird erläutert, mit welchen Haftungsgefahren die tägliche Berufsarbeit eines Immobilienverwalters verbunden ist.

Leseprobe

II. Allgemeine Pflichten des Verwalters

Geschäftspartner treten gem § 859 ABGB bereits mit der Aufnahme des ersten Kontaktes zu geschäftlichen Zwecken - unabhängig vom tatsächlichen Zustandekommen eines Vertrages - in ein beiderseitiges Schuldverhältnis ein. Primär wird durch die Kontaktaufnahme ein Schuldverhältnis begründet, welches vorvertragliche Pflichten, wir vorrangig Aufklärungs- und Sorgfaltspflichten, gegenüber jedem potentiellen Vertragspartner mit sich bringen. Eine schuldhafte Verletzung dieser vorvertraglichen Pflichten wird als "culpa in contrahendo" bezeichnet und macht den pflichtwidrig Handelnden ersatzpflichtig.

Daraus ergibt sich für den Immobilienverwalter ein Bestehen von vorvertraglichen Pflichten, wie etwa die Verpflichtung zur Erteilung von wesentlichen Informationen, die für geschäftliche Dispositionen wichtig sind. Denkbar in diesem Zusammenhnd ist die Information über die Honorierung der einzelnen Leistungen.

Bei der Beauftragung eines Immobilienverwalters durch einen oder mehrere Eigentümer handelt es sich in der Regel um einen Bevollmächtigungsvertrag. Durch den Bevollmächtigungsvertrag wird der Immobilienverwalter (=Auftragnehmer) nicht nur berechtigt, sondern auch verpflichtet, im Namen und auf Rechnung eines anderen zu handeln. Unter einem Bevollmächtigungsvertrag versteht das Allgemeine bürgerliche Gesetzbuch (ABGB) eine begriffliche Verknüpfung aus einem Auftrag, bei welchem Geschäftsbesorgungspflichten im Vordergrund stehen und einer Vollmacht, die zu einem Handeln und Auftreten im Namen des Auftraggebers nach außen berechtigt.